Hintergrund
Der Bereich der Jugendinformation ist in Deutschland ein sehr heterogenes Feld. Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern wie z.B. Frankreich oder Spanien, die über ein festes Netz von Jugendinformationszentren verfügen, gibt es in Deutschland keine vergleichbare Struktur. Jugendinformation wird von verschiedenen Einrichtungen der Jugendarbeit - von Jugendverbänden, Jugendportalen, Jugendämtern, Jugendinitiativen, Jugendhäusern u.a. - meist nur als Teil ihrer alltäglichen Arbeit betrieben. Dabei fällt die Aufgabe der Information und Beratung von Jugendlichen nicht nur hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu, sondern viele engagieren sich auch neben- oder ehrenamtlich in diesem Bereich. Aufgrund dieser Heterogenität, d.h. aufgrund der unterschiedlichen Kenntnisse und Erfahrungen der einzelnen Mitarbeiter/-innen, besteht ein breit gefächerter Qualifizierungsbedarf.
Die AG Qualifizierung - Arbeitsauftrag und Vorgehen
Auf dem Treffen in Bad Honnef im September 2005 wurde folgender Arbeitsauftrag definiert:
- Prüfung des Qualifizierungsbedarfs in der Jugendinformation in Deutschland sowie
- Entwicklung eines Trainings für die in der Jugendinformation tätigen Personen,
unter Berücksichtigung bereits vorhandener Fortbildungsmaßnahmen - auf deutschem und internationalem Gebiet - sowie der bereits angesprochenenen Heterogenität der in der Jugendinformation tätigen Personen.
In der AG "Qualifizierung in der Jugendinformation" arbeiten zur Zeit sieben Personen mit. Seit September 2005 wurden folgende Schritte unternommen:
Bedarfsermittlung per Fragebogen (Dezember 2005 - Januar 2006)
Zunächst entwickelte die AG einen Fragebogen zur Ermittlung des Qualifizierungsbedarf von MitarbeiterInnen der Jugendinformation, mit Hilfe dessen folgende Informationen erhoben werden sollten:
- grundsätzliches Interesse an einer Fortbildung
- Zeitlicher Ablauf / Dauer der Fortbildung
- Unterstützung durch den Arbeitgeber
- Finanzielle Eigenbeteiligung
- Zertifizierungswünsche
Sichtung und Auswertung existierender Schulungsmaterialien (Dezember 2005 - März 2006)
Parallel dazu wurden bereits existierende Schulungen und Schulungsmaterialien in Deutschland, aber auch im Ausland recherchiert und ausgewertet.
Abgleich von Qualifizierungsbedarf und vorhandenen Qualifizierungsangeboten (Februar - Mai 2006)
Ausgehend von den Umfrageergebnissen wurden die gesichteten Fortbildungen und Trainingsmaterialien auf ihre Relevanz und Übertragbarkeit auf die Jugendinformation in Deutschland geprüft.
Daneben entwickelte die AG mögliche Szenarien, wie eine Qualifizierung der in der Jugendinformation Tätigen aussehen könnte. Die Bandbreite reichte hierbei von einer differenzierten Datenbanksuche nach Fortbildungen, über einen Jugendinformationsführerschein bis hin zur Entwicklung einer eigenen Fortbildung. Auf der Arbeitstagung in Bonn Ende Mai 2006 sprach sich eine Mehrheit der Beteiligten für die Konzeption einer eigenen Fortbildung aus.
Erarbeitung eines Entwurfs für eine Fortbildung in der Jugendinformation (Juni - November 2006)
In Anlehnung an den österreichischen Lehrgang Jugendinformation (2001/02 von der ARGE Österreichische Jugendinfos entwickelt) entwickelte die AG ein Konzept für eine mehrmodulige Qualifizierung für Fachkräfte in Deutschland. Zusammengetragen und diskutiert wurden auch eventuelle Fördermöglichkeiten für eine solche Fortbildung.
Der erste Entwurf der Fortbildung wurde auf der im November 2006 in Gauting stattfindenden Fachtagung der Jugendinformation den anderen Arbeitsgruppen vorgestellt, diskutiert und überarbeitet.






